Sonntag, 11. September 2011

Die etwas andere Blickweise!

Das Dilemma der Wirklichkeitsverweigerer!
gefunden bei hagalil

Das Islamkritik nicht gleich Islamkritik ist, habe ich schon an anderer Stelle behauptet. In den letzten Tagen ist mir ein sehr lesenswerter Beitrag in die Redaktion geflattert, den ich gerne in Auszügen hier widergeben möchte. Klar ist, dass Fremdbeiträge hier, nicht unbedingt in völligem Einklang mit uns stehen, was uns jedoch nicht daran hindert, auch solche Beiträge zu benennen. Im übrigen empfehlen wir den Originalbeitrag von Matthias Küntzel zu lesen. Hier unsere Ausschnitte:

[...]  Unmittelbar nach den Morden von Oslo und Utöya verbreitete sich das 1.500-seitige “Manifest” des Attentäters rund um die Welt – ein obskures Sammelsurium aus Fremdbeiträgen, Zitaten, widerspruchsvollen Bekenntnissen und Visionen. Die antimuslimischen Passagen dieser Erklärung kamen in der Öffentlichkeit ausführlich zur Sprache, ein anderer wichtiger Aspekt wurde jedoch übersehen: Die Hoffnungen, die der Mörder in die djihadistischen Bewegungen setzt und die ihn veranlassen, die “symbiotische Wechselbeziehung” zwischen seinem Kreuzrittertum und dem Djihadismus zu betonen. [...]

[...]  Als Folge neuer islamistischer Attentate würde, so Breivik, “die Situation eskalieren”. Es würden “mehr und mehr Menschen sowohl den kulturkonservativen Bewegungen wie auch den Djihadgruppen zuströmen.” Breiviks Resümee: “Die Zukunft der konservativen Bewegungen ist mit der Entwicklung der djihadistischen Bewegungen und/oder dem islamischen Einfluss in den westlichen Gesellschaften direkt verbunden. Es handelt sich um eine symbiotische Wechselbeziehung.” (PDF-Version, S. 922)

Schon die Auswahl der von Breivik Ermordeten verdeutlichte, wen er für seine eigentlichen Gegner hält: Nicht die Muslime, sondern die Mitglieder der sozialdemokratischen Jugendorganisation, die er als “Kulturmarxisten” attackiert. [...]

[...] Breivik listet die Personengruppen, die er hinrichten will, akribisch auf: Verräter der Kategorie A seien “Hard-core Marxisten”, die fünf Prozent seiner Gegner ausmachen, sowie “Kulturmarxisten” (20 Prozent). Zu den Verrätern der Kategorie B gehörten die Multikulturalisten, die er in Selbstmord-Humanisten (“Suicidal Humanists”) und Karrierezyniker (“Career Cynicists”) unterteilt und die zusammen 65 Prozent seiner Gegner stellen. Zur Kategorie C zählt er die “Capitalist globalists” (fünf Prozent seiner Gegner). Letztlich soll auch Verräterkategorie C sterben: “Es wird für die Verräter der Kategorien A, B und C keine Gnade geben. Die Bestrafung für Hochverrat wird gleich sein.” (S. 805) Die Muslime kommen demgegenüber mit dem Leben davon, sollen sie doch “lediglich” deportiert werden. [...]

[...]   In Wirklichkeit fühlte sich Breivik keineswegs bedroht, sondern fieberte einem Zulauf für Djihadisten und der Eskalation djihadistischer Terrorakte entgegen. Sein primäres Tatmotiv scheint die zwanghafte Sehnsucht nach dem apokalyptischen Endkampf gewesen zu sein – nach einer Kulisse, die seinem Einsatz als weltenrettender Tempelritter historische Größe verleihen würde.
Breiviks Eskalationsszenario relativiert zugleich die Bedeutung islamfeindlicher Internetportale als vermeintliche Auslöser seiner Tat. “Niemand hat geahnt, wie gefährlich solche [Internet-]Seiten werden können. Doch Anders Breivik hat bewiesen, dass das Netz sehr wohl ein Hirn verdrehen kann”, behauptete ganz in diesem Sinne der Stern.
Während aber die Blogs der Islamkritiker und Muslimfeinde die Eskalation des Djihadismus keineswegs ermutigen, sondern sich ganz im Gegenteil vom Leib halten wollen, ist es bei Breivik umgekehrt. [...]

[...]   Während die vielen prominenten Zeitgenossen, die Broder bei der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises 2007 in der Frankfurter Paulskirche noch mit Standing ovations gefeiert hatten, verschreckt ihre Köpfe einzogen, ergriff eine Handvoll Kollegen für ihn Partei: Matthias Matussek und Jan Fleischhauer bei Spiegel-Online, Ulf Poschardt in der Welt und Albrecht von Lucke in der taz.
Gleichwohl versuchten andere Journalisten, selbst noch diese Dissidenz abzustrafen. Jetzt von “Gesinnungshatz” oder “Sympathisantenjagd” zu sprechen, sei “lächerlich” und “weinerlich” und nichts anderes als der Versuch, “nach Kräften diese Debatte zu unterbinden”, schäumte Daniel Bax in der taz. In derselben Zeitung mahnte Robert Misik die “überfällige Schubumkehr” in der Islamdebatte an und warnte vor dem Versuch der “geistigen Brandstifter … sich davonzustehlen. Man sollte sie nicht einfach so damit durchkommen lassen.”[...]

Weitere Informationen sind in der Original-Quelle mit zahlreichen Links zu finden.

ICN-Redaktion

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